Donnerstag, 13. Juni 2013

Musen und Nymphen

Torsten Kriese; Carmen Gloriae, Vers VI
...erst mit dem Fall von Welt und Raum
die Seel' geweckt in mir;
...im Liebestanz des ew'gen Traum
mein Herz vereint mit dir...

*
…. ueber Musen und Nymphen...
*

An dieser Stelle sollten wir den Lesern, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit schon unbewußt den Bann des Acantique beruehrt haben, einige Geschehnisse aus nicht zu ferner Vergangenheit darlegen, welche Licht in die Hintergruende der bis auf das Aeußerste vorangeriebenen Vorsichtsmaßregeln rund um das catlab werfen koennen.
*
Ein halbes Jahrzehnt ist nun ins Land gegangen, und noch immer schwebt eine unsichtbare Kraft ueber den Werkstaetten, unerklaerbare Spannung entladend wie die Pole von Magneten, welche ihr unseren Augen verborgenes Spiel treiben, jetzt, da diese Zeilen zu Papier gebracht werden.
*
Jahre zuvor, das neue Jahrtausend zaehlte keine siebenhundert Tage, hatte Marc Silva beim Erwecken einer Muse sein Herz verschenken muessen.
...´nJaén-mjú-Chra..., die geheimnisvolle dunkle Schoenheit vom Ganges, hatte ihn aller Sinne zu berauben verstanden, und im Grunde hatte sich dieser Zustand bis zum heutigen Tage, da der Welt Kunde von jenen Ereignissen zuteil wird, nur wenig veraendert. Und seit damals trieb das Schicksal sein gnadenloses und truegerisches Spiel, und je mehr er dem Einflusse von ...´nJaén....zu entkommen versuchte, desto fester umschlang sie sein Herz, seine Seele, spielte mit seinen Qualen, gab Hoffnung und versagte deren Erfuellung aus unergruendlichen Launen heraus, versuchte ihn von Neuem, verfuehrte, immer am Rande des emotionalen Abgrund tastend... eine junge Loewin, die nicht weiß, welch tiefe Wunden ihre Krallen schlagen koennen. 
*
Und so begab es sich, daß Silva nur einen Ausweg aus diesen spinnenartigen Netzen, geflochten aus tiefgreifenden Gefuehlen, fuer sich, fuer die Zukunft, fuer den Weg bis zum Drachenboot in Betracht zog. Allein haette er diesen gewaltigen Schritt nicht wagen koennen, so hatte er sich Hilfe ersonnen... Hilfe durch ein gehetztes Wesen, welches ihm auf den dunklen Wegen durch seine alten Schriften erschienen war...
... eine tragische Nymphe mit traurigen Augen ..
...Cajéz Nom-Nári...
Sie sollte es sein- viel mehr als eine ueberirdische Helferin, alle noetigen Faehigkeiten in sich vereinend, war sie die Auserkorene der Schriften gewesen, Sie, einzige Rettung und moeglicher Ausweg in eine Zukunft ohne Fesseln des Herzens, ohne gebundene Seele und unfreie Gedanken.
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*
Ein Gefecht, in menschlichen Maßstaeben kaum ermeßbar, war der heftige Hoehepunkt im Kampfe um die Seele von Marc Silva. Und eine Arena aus hoelzernen Waenden, teils unter dem Blaetterdach erwuerdiger Baumriesen auf einem Bergruecken gelegen, war der Ort dieser maerchenhaften Auseinandersetzung, fuer andere Anwesende meist im Verborgenen uebernatuerlicher Geschwindigkeit und versteckt vor dem langsamen menschlichen Auge, umso deutlicher hoerbar, als waeren hundert Teufel ihrem schwefligen Heime entsprungen.

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......´nJaén-mjú-Chra...und ...Cajéz Nom-Nári...
*


...Gegenspieler einer anderen Welt, mit maechtigen Waffen gesegnet, nur schwer vorstellbar fuer uns...Muse gegen Nymphe.... sich so aehnelnd und doch verschieden wie die Farben einer Verkehrsampel auf einem schwarz/weiß- Bild...
Voller Zorn entwickelte sich der Streit, ein Streit mit einem Sieger und ohne Gewinner...
Ja diese Auseinandersetzung, sie gab Wunden und nahm Wunder...
und die tragische ...Cajéz Nom-Nári..., sie konnte nicht gewinnen, keinen vollstaendigen Sieg vom Felde tragen, nein, sie mußte sein Herz teilen, immerhin, ein Stueck seiner Seele gehoerte nun ihr und so wuerde es immer sein, auch spaeter, wenn sie sich am Drachenboot vereinen wuerden...

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...Muse und Nymphe....
*


Und ......´nJaén-mjú-Chra..., welche fast spielerisch das Feld beherrscht hatte, sie, die sich der Seele von Marc so sicher war, hatte heute nur Bestaetigung erlebt, hatte sich Freude und Hochgefuehl erstritten, und im berauschenden Gefuehl befriedigter Rache und erhaltener Demut, erstrahlte sie nur umso mehr im gleißenden Licht einer siegreichen Muse.....
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Fuer Silva jedoch war eine Zeit des Teilens angebrochen, nicht neu, aber in jener Dimension noch unueberschaubar. Nicht nur Muse, nein, auch die tragische Nymphe hatte nun ihren Platz in seinem Herzen...redlich erkaempft und durch Verlust an Wundern teuer bezahlt...

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..fuer immer …tragische Nymphe und Muse....
..ab jetzt wuerde er sie beide im Herzen tragen...
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Genau dieses Empfinden war ihm bis zum jetzigen Momente nicht versagt, und so fuehren sie ihren uebersinnlichen Kampf bis zum heutigen Tage in seiner Brust, unbemerkt von der Welt der Menschen, ihn jederzeit ergreifend und zu willenlosem Spielzeuge seiner widerstreitenden Emotionen erstarren lassend...ein Bann, der auch in Zukunft ueber den Werkstaetten des catlab ausgebreitet liegen wird, wiederkehrende Spannungen erzeugend, ohne Hoffnung auf Veraenderung....die einzige als in Stein- gemeißelte Tatsache wuerden wohl die immerwaehrenden emotionalen Netze sein, welche die Muse um Marc Silvas Seele gespannt hatte...
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...gefangen in ihrem Zauber fuer alle Zeit... die Ewigkeit beruehrend...

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......´nJaén-mjú-Chra...und ...Cajéz Nom-Nári...

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Montag, 10. Juni 2013

ALTER EGO

Theìa; Befleckte Unschuld, Vers VII
...die Wollust steigt in mir,
...befluegelt tiefe Gier;
...geweckt in mir das Tier,
...und ich zerreiß` dich hier...
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... wieder finden wir Marc im catlab zwischen den Spiegelwerken, umgeben vom Kreise der Steinernen Reime... auch Divi-Blasii wird wieder zur vollen Stunde laden...
Mehrere der reflektierenden Flaechen stehen in einem genau festgelegten Abstand und werfen einander die Bilder tausendfach in die Unendlichkeit...
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Nach laengerem Zoegern hat sich Silva endlich zu einem gewagten Schritte entschlossen, er wuerde eine bestimmte Kombination von Steinen an sich selbst erproben....ein Eigenversuch.
Seine Ueberlegungen waren dahin gegangen, beim ersten Besuche Tarjas eine moeglichst perfekte
Anordnung aller noetigen Hilfmittel zu erzeugen, selbst unwahrscheinliche Fehler von Beginn an zu vermeiden und alles zum Scheitern Erdenkliche im Vorfeld zu eleminieren.
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*
So wartet er denn geduldig auf das Zeichen im Nordturm am Untermarkt. Die Anzahl und die Abstaende zwischen den einzelnen Schlaegen der Glocke wuerden ihm den zu waehlenden Rhythmus fuer das Verlesen der notwendigen Reime taktvoll diktieren...
*
Langsam rueckt der große Zeiger seiner extra angefertigten Uhr weiter. Gebannt beobachtet Silva das Ziffernblatt, geht im Geiste den Weg jedes der folgenden Schritte.


...tic..tic..
Fast traege kriecht der Sekundenzeiger die halbrunde Scala in Richtung der Zwoelf hinauf...
...tic...tic...
Es scheint, als wuerde er nur mit Anstrengung seinen doch unaufhaltsamen Weg fortsetzen, wie Fliegen auf einem Leimband, sich bis zuletzt gegen den unaufhaltsamen Gang aller irdischen Dinge straeubend...
….tic... tic...
Und waehrend der Zeiger auf seinem Wege die X begrueßt, kann man fast wittern, wie sich im Turme ein Motor in Gang setzt, auf die Sekunde genau von elektronischen Befehlen ueber die fuer menschliche Verhaeltnisse mikrobenfeinen Schaltkreise gesteuert, das große Speichen-Schwung-Rad des Glockenwerkes in Drehung bringt, und den gewaltigen Bronzeguß unterm Eichenjoch in Pendelbewegungen versetzt.
….tic..tic....
*

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Einen Wimperschlag lang am Platz auf der XI verharrend, hat der Zeiger jenen verlassen und strebt der Vertikale entgegen. Die Glocke schwingt mit ausladenderen Bewegungen, der Kloeppel kommt dem Laeutewinkel naeher und nah.
...tic....tic...

Und es scheint, als haelt das schlafende Muehlhausen allen Atem an, fuer einen Augenblick steht die Zeit, alle Traeume stocken....
…tic..tirrrrGONNNNNNNG.. Marc Silva beginnt zu lesen:
''NOLI TURBARE...''... unmerkliches Zittern....
…............. GONNNNNNNG
''CIRCULOS MEOS...'' ...leichter Schwindel....
…............. GONNNNNNNG
''POENA FUIT VITA...'' ..leuchtende Funken vor Augen...
…............. GONNNNNNNG
''REQUIES....'' ...ein hintergruendiges Rauschen huellt Marc ein...
…............. GONNNNNNNG
''MIHI MORTE...'' ...sein Herz beginnt zu rasen, Pfoetchenstellung der Haende...
…............. GONNNNNNNG
''PARATA EST...'' ...die Augen tieflodernd, Aggression verspruehend...
…............. GONNNNNNG
''ATQUI....'' … alle Muskeln spannen sich und vibrieren....
…............. GONNNNNG
''MEA REGINA...'' …zu Boden stuerzend; -kaum noch finden die Silben ihren Weg....
…............. GONNNNG
''VI .. VE..RE...'' …sich windend auf dem Boden inmitten der Steine...
…............. GONNNG
''MILITA....hhhhHHHRRRRRCCHHHRRRRR!!!!''
..sprungbereit...tiefatmend, aufbaeumend....
….gonnng...
…..ATMEN!..ATMEN!....LUFT!...
ATMEN..a....aaahhh....aaatmen.... ooohhhhh jaaaa.....huii...
das ging gerade noch gut....
….gong …

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* *
Marc blickt sich um - die Spiegel unveraendert. Divi- Blasii hat ihr Zaehlwerk beendet.
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Zwei Kerzen sind zu Boden gefallen, und... nein, in einer der Maerchenkisten ist das Glas gesprungen. War er das? Nun, ein unbedeutender Schaden, er wird ihn
spaeter ersetzen.
Innerlich auf das Hoechste aufgewuehlt, im Versuche, seine Gedanken zu ordnen und das eben Geschehene zu verarbeiten, wischt er sich mit der Hand uebers Gesicht, und, oh, das duerfte Blut sein, hoffentlich sein eigenes....ja, eine schoene Ruptur, nicht sonderlich tief, aber recht eigenwillig geformt... und bestimmt nicht zufaellig an dieser Stelle.
Er wird sich spaeter intensiver damit beschaeftigen, im Vordergrunde stehen jetzt die Erfahrungen und deren Konservierung, Erinnerung an das eben Erlebte, sein Spiegelbild, so vertraut und doch neu und gaenzlich anders beseelt, aber dennoch sein Ebenbild...im eigenen Banner, dem Feldzeichen maßloser Aggression...
ein Hexenkessel widerstreitender Emotionen, uebertriebener Wut und heftigen Ausbruechen selbstloser Hingabe... und die Spiegel unveraendert...oder, nein, das kann nicht....
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… ja, die alten Schriften haben Wort gehalten....
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Samstag, 8. Juni 2013

MIT HILFE DER MUSIK...




Torsten Kriese; Carmen Gloriae, Vers II
...und wenn wir warten, tausend Jahr,
mit brennend, blutend Herz;
...vielleicht erst dann ein Traum wird war,
bis dahin bleibt der Schmerz...


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Es waren einige Tage ins Land gegangen, seit Silva seine erste Botschaft ueberbracht hatte, und somit den ersten Kontakt hergestellt hatte. Viele Dinge waren geschehen.
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Das Miniroecklein hatte sich offenbart.
SIE hatte geantwortet, wenn bisher auch nur auf electronischem Wege. Zuvorderst hatte sie ihm ihren Namen offenbart...
...Tarja...
Und Marc hatte gedacht....ja... ja, das paßt... immerhin war sie die fleischliche Personifizierung eine nordischen Kriegerin, und wenn auch eine Spiegelmuse, so dennoch unmißverstaendlich eine Nordfrau.

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So werden wir sie im Berichte um das Geheimnis des Acantique ab hier nun mit gutem Gewissen als Tarja benennen.
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Ja, Miniroecklein Tarja hatte ihm geantwortet, wollte wissen, wer dieser Mann denn sei, verstand es selbst nicht, konnte nicht begreifen, daß sie ihm ueberhaupt Antwort gab, verstand die ihre so schoen festgefuegte Welt nicht... konnte sie doch keinesfalls um den Bann des Acantique Kunde haben. Sie unterlag dem Zauber schon, war sich der Macht noch nicht bewußt, spuerte jedoch, daß hier etwas vorging, unerklaerbar, auch schoen, prickelnd und gleichzeitig beaengstigend.
Und mit der Preisgabe ihres Namens verschwieg sie nicht ihr persoenliches Damoklesschwert und die dunklen Ketten, in denen sie, gefangen und gefesselt, ihren Weg in diesem Leben zu beschreiten gezwungen war. Festgefuegt und scheinbar uebermaechtig war sie sich jener gebundenen Schlingen jedoch kaum bewußt gewesen....und dann breitete der Bann des Acantique seine weiten Fluegel und umgab sie mit diesem Neuen, so Ungekannten...
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Jene ersten Zeichen hatten eines recht deutlich werden lassen...von Beginn an.
Er wuerde sein Ziel, das Erwecken der Spiegelmuse im Fleische, auf diesem Wege erreichen koennen, doch war auch weit mehr Arbeit noetig, als er haette voraussehen koennen.
Die alten Schriften, eine unabdingbare Hilfe auf seinem Weg, hatten ihn zwar mit vielen Deutungen und Hinweisen vorgewarnt, in der Realtitaet wuerde es weitere ernste Arbeit bedeuten.
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So hatte er sich denn an die naechsten Schritte gewagt. Zunaechst mußte es sie an eine ihr voellig unbekannte Rolle gewoehnen. Sollte sie diejenige sein, das Gefaeß, in dem er seine Spiegelmuse erwecken koenne, so mußte er sie vorbereiten, vorsichtig, einfuehlsam, mit sanften und nur leicht draengenden Schritten. Ein nicht ganz zufaelliger Umstand kam hier zu ueberzeugender Hilfe, hatte er doch das Spiegelwerk SPCM VI der ersten VIA SIGNORUM gerade fertiggestellt. So erklaerte er ihr die eigenwilligen Besonderheiten dieses Machwerks, fuehrte sie auf unverfaenglichem Pfade in das System der catlab-Spiegel, konnte Hintergruende und kleine Geheimnisse auf scheinbar unschuldigem Wege aufzeigen, ohne Tarja die Fluegel des Acantique zu offenbaren...
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Geraume Zeit zuvor, damals noch ohne den aktuellen Bezug zur Thematik des Acantique, hatte Marc eine groeßere Anzahl musikalischer Werke geschaffen, saemtlich aus seiner Feder stammend und auch von ihm eingespielt, war er doch des Bedienens einiger Instrumente maechtig, gar klassisch gebildet an dem wohl lieblichsten aller Holzmusikgeraete...der Violine.
Und sich der verzaubernden Wirkung seiner Musik mehr als bewußt hatte er ihr ausgewaehlte Stuecke zukommen lassen, welchen sie in weiser Voraussicht keinen Zugang zu ihrer Seele gewaehrte, zumindest nicht in der ersten rasch verstreichenden Zeit. Doch wurde auf diese Art ihr Wesen doppelt belastet. Zum Einen war sie als Teil der weiblichen Gattung schon im Vorfeld massiv durch die ihnen angeborene Neugier belastet, und andererseits duerfen wir nie den heftigen und stetig wachsenden Einfluß des Acantique außer acht lassen.
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Dann, Tage spaeter, war es zu spaet.... hatte sie doch nicht widerstehen koennen... hatte seine Noten zugelassen. Zarte und liebevolle Weisen waren ihr durchs Ohr in die Seele gelaufen, dazu die schockierend treffenden Bilder des Spiegelwerks, sich vereinend und mit ihrer Caldera aus ohnehin aufgewuehlten Gefuehlen spielend, mit ihnen verschmelzend, sie mit sich hinwegschwemmend...
Und von diesen, seinen Toenen und Bildern eingefangen, konnte es nur noch einen Weg geben. Hatte sie vorher schon die Schwingen des Acantique gefuehlt, so vervielfaeltigte sich durch seine Musik die gesamte Wirkung des Bannes...kein Entkommen mehr...

zu spaet...

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Donnerstag, 6. Juni 2013

RADIO TOP 40!! im Juni!!

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AN DIESER STELLE MUß WIEDER EINE  AKTUELLE UNTERBRECHUNG ERFOLGEN!
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DAS ERSTE OEFFENTLICHE VIDEOPROJEKT DES CATLAB WIRD AM FREITAG, 07.06.2013, IM RADIO VORGESTELLT:
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#  SOLID WILDcAT  #
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TREFFLICHE AKTUALITAET ZU DEN GESCHEHNISSEN RUND UM DEN *BANN DES ACANTIQUE* NOETIGEN ZUR TEMPORAEREN UNTERBRECHUNG UNSERES TATSACHENBERICHTES RUND UM DAS GEHEIMNIS DES ACANTIQUE.
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#  SOLID WILDcAT  #

Mittwoch, 5. Juni 2013

...erster Kontakt....

Miátha Lopakka; aus Ode III, Vers IX:
...so ist es hier, du siehst's nur nicht,
...vielleicht bemerkt nur leises Licht;
... auch wenn nicht greifbar, ist's doch da,
...Hoer auf dein Herz, ganz nah...so nah...


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… klopfendes Herz, heiß- kalte Schauer....


Marc stand im Geschaeft der tausend Blueten und versuchte seine Gedanken unter Kontolle zu halten, war doch heute ein besonderer Festtag, das Ende der bergischen Wochen.
Dementsprechend gestaltete sich die Kleiderwahl der Blumendamen, und teilweise geschickt oder vereinzelt ungelenk wurde an allen Orten mit mehr oder weniger vorhandenen Reizen kokettiert.
Dort stand Sie, die Oberste der Blumendamen, wie immer mit einem knappen Roecklein und
wohlgeformten Beinen. Doch heute konnte er kaum den Blick von ihrem Antlitz wenden, und das, obwohl ihm die bergischen Wochen heute noch gaenzlich andere Einblicke haetten ermoeglichen koennen...Ja, es waren die Zuege der Spiegelmuse, unverkennbar.
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Die Vorgehensweise des ersten Kontaktes....Marc setzte seine begruendete Hoffnung in das vorbereitete Schriftwerk, jedes ueberfluessige Gerede wuerde ihn nur in der Menge der woechentlichen Antragsteller verschwinden lassen.
So faßte er sich ein Herz, achtete nicht auf die schwer zu uebersehenden Einblicke in die bergischen Wochen, versuchte sein heftiges Aufbrennen im Tanze saemtlicher Gefuehle zu baendigen, und dann, ...ja, er ueberreichte ihr sein Schriftstueck mit wenigen erklaerenden Worten. Die Oberste der Blumendamen strahlte, versuchte die Situation zu erfassen, und begab sich in gespielter oder realer Eile, die Zeilen in Haenden, in den sich weit erstreckenden Bereich der Serviceraeume.
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Und das Wunder nahm seinen unaufhaltsamen Lauf....
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Miniroecklein Tarja hatte in aller Eile im Hintegrunde das Schriftstueck geoeffnet. Die Zeilen entfalteten sich; Wort auf Wort fuegten sich die Silben zusammen, aus Bruchstuecken wurden Reime, alles ergab ein Ganzes. Der Brief begann unsichtbar zu arbeiten, er verstroemte eine ihr unbekannte Wirkung. Es war eine Macht, schwer zu erfassen und nur hintergruendig fuehlbar.
Doch das wichtigste, der eigentliche Wesenszug offenbarte sich im Geheimen....es gab keine Kraft, sich dem Einflusse dieser Worte entgegenzustellen, sich zu entziehen, und alles folgende konnte sie einfach nicht beeinflussen, es war nicht einmal ihr Fehler... Das war die klassische Wirkung der Reime, und es war nie anders gewesen.
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Das war geschafft. In leidlicher Verfassung beschritt Marc nun weiter seinen gewoehnlichen Gang durch die Raeume aus tausenden Blueten. Er versuchte, eine oberflaechliche Ruhe in sich einkehren zu lassen, seine Emotionen zu ordnen. Als er in einem der hinteren Regale angelangt war, geschah das Wunderbare.
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Tarja konnte nicht anders, in einem inneren Aufschrei wohliger Gefuehle stuermte sie zu Marc Silva, der sich gerade fuer ein paar außergewoehnlich geformte Rosen entschieden hatte. Dort umarmte sie ihn vor versammelter Blumenmannschaft und gab ihm einen großzuegigen Dankesgruß auf die Wange, es schien, als ob alles andere in jenem Momente nicht zaehlen wuerde.
Alles um die Beiden schien sich zu drehen, schneller und weiter, nur die beiden im Zentrum des imaginaeren Strudel, umhuellt vom betaeubenden Dufte unzaehliger Pflanzen.
In seinen Gedanken nahmen die Dinge ihren Lauf, und er ließ alle selbstauferlegten Zuegel fahren.... und dann war es vorbei. Marc stand wieder im Blumengeschaeft, vor ihm Tarja, ihn tief anblickend. Alle weiteren Worte waren in jenem Momente fehl am Platze.
Freudig begab er sich zum Ausgange, sein Herz jubilierte, er hatte zwar eine Wirkung in jener Art erwartet und provoziert, doch die derart positive Natur des Ganzen war selbst fuer ihn ueberraschend.


… die Zeilen auf den Raedern des NUCLEUS VIAE SIGNORUM hatten ihre Wirkung getan ....
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Dienstag, 4. Juni 2013

!ALDAR! EINDRINGEN INS CATLAB....

!BEDROHUNG DES CATLAB! ZEITSPRUNG: MORGEN DES 04.JUNI.2013
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EINE NOETIGE UNTERBRECHUNG SOLL AN DIESER STELLE DES BERICHTES SEINEN IHR ZUSTEHENDEN PLATZ ERHALTEN. DEM ZU SCHILDERNDEN EREIGNIS GEBUEHRT IN SEINER BEDEUTSAMKEIT AUCH EINE UNTERBRECHUNG UNSERES TATSACHENBERICHTES RUND UM DIE EREIGNISSE DES ACANTIQUE.
BEVOR DIE EIGENTLICHEN BEGEBENHEITEN ZU PAPIER GEBRACHT WERDEN, SOLL AN DIESEM PUNKTE AUSDRUECKLICH DARUEBER INFORMIERT WERDEN, DASS DAS CATLAB EINER REALEN BEDROHUNG DURCH ALDAR, DAS SCHWERT DES DAMOKLES AUSGESETZT WAR UND IST. EINE MINDERE, JEDOCH NICHT WENIGER REALE UND KONKRETE GEFAHR STELLT EIN FINSTERER KREIS IM HINTERGRUNDE UM DEN DUESTEREN ALDAR DAR.

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AN DIESER STELLE SEI AUSDRUECKLICH DARAUF VERWIESEN, DASS VORSORGE UM DEN BERICHT UEBER DEN * BANN DES ACANTIQUE * GETROFFEN WURDE, UND SELBST IM FALLE, DASS MARC SILVA ODER ANDERE PROTAGONISTEN ZU SCHADEN KOMMEN SOLLTEN, AUF WELCHE ART AUCH IMMER...., WIRD SELBIGER BERICHT AUS ANDERER HAND FORTGESETZT, UM DEN TATSACHEN RUND UM DAS CATLAB EINE FORM IN DER OEFFENTLICHKEIT ZU GEBEN, AUSSERDEM WERDEN AB DIESEM MOMENTE DIE JETZT ZUM SCHUTZE GENUTZTEN PSEUDONYME DURCH DIE REALEN NAMEN DER IN DER GESCHICHTE AGIERENDEN PERSONEN ERSETZT, UND GEGEN DIESE ANORDNUNG VON SILVA WIRD AUCH KEIN EHEMALIGER RUSSISCHER SPIONAGETURM HELFEN KOENNEN.....VENTRESCA  DE  LA  GATO.
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DIE FOLGENDEN ZEILEN WERDEN WIEDER IN DER DICHTFORM DER VORANGEGANGENEN KAPITEL ERSCHEINEN, VERLIEREN DADURCH JEDOCH KEINESFALLS TEILE IHRER AKTUALITAET.
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IN DEN FRUEHEN MORGENSTUNDEN DES 04.06.2013 FINDEN WIR MARC IM BADE.
ER WAR UNAUSGESCHLAFEN, HATTE ER DOCH DIE NACHT UEBER EINER NEUEN UEBERSETZUNG ZUGEBRACHT.
PLOETZLICH KLOPFTE ES LEISE AN DER STUDIOTUER. NOCH IM ZAHNPASTAWAHNE BEGRIFFEN, HOERTE SILVA, WIE SICH DER SCHLUESSEL IM SCHLOSSE DREHTE.
DIESE ART UND WEISE WAR IHM WOHLBEKANNT, HATTE SELBIGE DOCH EINIGE WOCHEN ZUVOR DIE GESCHEHNISSE UM DIE VOLLSTAENDIGE VERWANDLUNG SEINER SPIEGELMUSE IN DAS RAUBTIER …cháR-Taé.... EINGELAEUTET.
UND WIEDER....GENAU WIE DAMALS.... JA, DIESER AUFTRITT KONNTE NICHTS GUTES VERHEIßEN, UND SO WAR ES DENN KEIN WUNDER, DASS FAST GLEICHZEITIG ALDAR, DAS SCHWERT DES DAMOKLES, AUF DEM PLANE ERSCHIEN. WIE EINE ERSCHEINUNG STANDEN BEIDE IM RAUME, VERSUCHTEN IHN AUSZUFUELLEN, MIT MAEßIGEM ERFOLGE....
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JA, ALDAR HATTE SEINEM DUNKLEN RUFE ALLE EHRE GEMACHT. HATTE ER SICH DOCH UNBEFUGT ZUTRITT ZUM CATLAB VERSCHAFFT, IM GRUNDE EINE TAT, WELCHE NACH DEM GESETZE DER MENSCHEN ALS GEWOEHNLICHER UND ERWEITERTER HAUSFRIEDENSBRUCH BEZEICHNET WIRD.... UND DAß MARC SILVA IM CATLAB ANWESEND WAR, ENTSPRANG AUCH NUR EINEM ZUFALLE UND WIR WOLLEN FUER EINEN MOMENT UNSERE PHANTASIE BEMUEHEN FUER EINE SITUATION, IN DER ALDAR UND TARJA DAS CATLAB- STUDIO OHNE ANDERE ANWESENDE VORGEFUNDEN HAETTEN.
VOR DIESEM VERWERFLICHEN HINTERGRUNDE SOLLTEN WIR HINZUFUEGEN, DASS JENER DUNKLE ALDAR, DER SICH HIER AUF HINTERHAELTIGE WEISE UNRECHTMAEßIG ZUTRITT ZUM CATLAB VERSCHAFFT HATTE, UMGEKEHRT VIELE WOCHEN ZUVOR GEGEN MARC SILVA GAENZLICH UNANGEMESSEN UND RUECKRATLOS EIN HAUSVERBOT IM BLUMENGESCHAEFT AUSGESPROCHEN HATTE, NACHDEM ER IN KLEINEN TEILEN DURCH SEINE DUESTEREN ZAUBER KUNDE VON DEN GESCHEHNISSEN IM ZUSAMMENHANGE MIT DEM BANNE DES ACANTIQUE ERHALTEN HATTE.
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….MARC HATTE SICH SOWEIT ERHOLT, KONNTE KLARE GEDANKEN FASSEN. ALS ERSTES VERSCHAFFTE ER SICH EINEN UEBERBLICK UEBER MOEGLICHE HIEB- UND STICHWAFFEN IN REICHWEITE, SOLLTE ES FINAL ZUR PHYSISCHEN AUSEINANDERSETZUNG KOMMEN.
BLUMENDAME TARJA STAND FAST VERSTEINERT IM RAUME. MARC KONNTE BEOBACHTEN, WIE SICH DIE VERSCHIEDENEN SEELEN IN IHR EIN WILDES GEFECHT LIEFERTEN....DOCH GENAUSO WAREN DIE UNSICHTBAREN FESSELN DEUTLICH SPUERBAR, DIE ALDAR, DAS SCHWERT DES DAMOKLES, UEBER IHR AUSGEBREITET HATTE, UND ES WAREN KURZE KETTEN, FEST UND STABIL....

...SCHEINBAR STABIL, MIT KETTENGLIEDERN UNTERSCHIEDLICHSTER HALTBARKEIT....
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Sonntag, 2. Juni 2013

DIE ERSTE BOTSCHAFT ....


Torsten Kriese; Carmen Gloriae Speculi, Vers III
... und wenn auf Weg die Welt stuerzt ein,
...und mit ihr auch die Zeit;
...zum End nur Du wirst bei mir sein,
...ich wart' auf andrer Seit'...

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Der *NUCLEUS VIAE SIGNORUM* schimmerte im diffusen Zwielichte der spaerlichen Bibliotheksbeleuchtung. Langsam bewegte sich der Hauptzeiger in Gegenrichtung zu der großen Tafel ueber Ornamente und Zahlen. Marc ueberpruefte Kombinationen und verglich verschiedene Zahlenreihen mit Varianten des hebraeischen Alphabetes, eine aufwaendige Aufgabe, konnten doch diverse Zeichen als Zahlen oder auch Buchstaben gedeutet werden.
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Die Zahnraeder griffen ineinander, schoben neue Silben zusammen, trennten andere und boten so jeden Augenblick ein neues und faszinierendes Bild. Und jede Bewegung von Silva, immer wohlueberlegt, half auf erschuetternde Weise, der Loesung schluessiger Reime naeher zu kommen...
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Dieses Zusammenspiel aus liebevoller Lyrik und Informationen, verpackt in wohltemperierten Saetzen, verdiente jede Sorgfalt, wuerde es doch als der erste wirkliche Kontakt zur obersten Blumendame zaehlen, und Marc war sich ueber die Notwendigkeit des Erreichens einer bestmoeglichen Wirkung sehr wohl bewußt.
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Die Glocken an Divi-Blasii schlugen die volle Stunde.
Fuer einen Moment dachte er ueber einen weiteren Versuch nach, ...ch`Jar-Taé... einen Besuch in seiner Welt zu ermoeglichen, doch er hatte fundierte Zweifel, ob an diesem Abend der richtige Zeitpunkt sein wuerde.
Erinnerte diese Situation ihn doch an ein schon laenger zurueckliegendes Experiment. Nahezu elf Jahre waren nun ins Land gegangen, so viele Stunden, so viele Momente... und doch war ihm in seinen Gedanken, als waere es noch gestern gewesen. Auch damals hatte er den Versuch unternommen, eine Muse zu erwecken,
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...´nJaén-mjú-Chra...
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.... stolz, duester... eine dunkle, indische Schoenheit, den verborgenen Quellen des Ganges entsprungen.
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Damals war es von Beginn an eine unstillbare Begierde, heftiges Verlangen, die ihn diesen offensichtlich gefaehrlichen Weg ohne zu zoegern beschreiten ließ, und zumindest hieran hatte sich
bis heute nichts veraendert, im Gegenteil, er war dieser Muse bis zum heutigen Tage mit jeder seiner Fasern, seinen Gedanken, seinem ganzen Wesen verfallen.
Doch viele Dinge waren vor diesen elf Jahren anders. Er war auf das damals unweigerlich Folgende in keiner Weise vorbereitet gewesen. Heute wußte er vieles besser, doch zu jener Zeit hatte er nicht die noetigen Hilfsmittel, alles war improvisiert abgelaufen, wunderschoen und gleichzeitig aeußerst beaengstigend.... und ausgeufert war das Ganze in einem zweimal geschehenen Wunder....
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Doch im letzten Jahrzehnt hatte er viele Erfahrungen sammeln koennen. Er hatte Schriften angehaeuft, deren Uebersetzungen angestrengt, hatte einen Großteil seines Lebens zwischen seinen Buechern verbracht, um den so wichtigen Geheimnissen naeher zu kommen , sie vielleicht irgendwann bis zum Ende zu entschluesseln.....vielleicht noch vor dem Gange in die naechste Welt.
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Auch damals, jene elf Jahre zuvor, hatte es zur Muse ein Gegenstueck im Fleische gegeben, auch damals war es ihm genauso ergangen wie heute, als Muse und fleischliches Abbild ihm sehr zeitnah erschienen waren. Und auch
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 ...´nJaén-mjú-Chra...
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 hatte ein lebendiges Ebenbild, und Marc war auch zu jener Zeit bei seiner Suche pfuendig geworden, und zwar genau wie heute derart rasch, daß es durchaus bedrohlich haette wirken koennen, waere nicht all das genau Ziel seiner Suche gewesen.
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...´nJaén-mjú-Chra...
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... dunkel, stolz, Zauber aus fernoestlichen Geheimnissen verspruehend, ungeahnte exotische Kostbarkeiten der Seele verheißend...
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Es war nicht sein Fehler gewesen, er konnte nicht anders, man mußte ihr verfallen, dieser Muse vom Ganges, und Entscheidungen ueber die folgenden Wunder hatten ebenso nicht in seiner Macht gestanden....damals so wenig wie heute...
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Die Glocken an Divi-Blasii hatten ihr Dutzend vollendet, es war neuer Tag, zu spaet fuer einen Besuch von …ch`Jar-Taé... . Marc Silva hatte seine Reime vollendet, nun war es notwendig, ihnen die geeignete Form zu geben. Er brannte die Raender des Schriftstueckes ab, oelte saemtliches Papier ein und gab damit dem Ganzen einen durchsichtigen Schimmer, spaeter wuerde er alles mit einer bestimmten Kombination von Knoten zusammenfuegen. Er hatte gute Gruende fuer diese Vorgehensweise, ging es doch um nichts weniger als den Ersten Kontakt zum fleischlichen Ebenbilde von …ch´Jar-Taé..., und diese Art der Nachricht hatte bisher nie ihr Ziel verfehlt. Und die Oberste der Blumendamen schien jeden Aufwand wert zu sein.....

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